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     Sängerbund 1862 Wiesental e.V.
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Sonntag, 19 August 2018
 
 
Zirkusleute und Swingers zu Gast Drucken E-Mail
Sängerbund Wiesental feiert kleines aber möglicherweise großes Jubiläum
Waghäusel-Wiesental (ber).
Ist es nur ein kleines Jubiläum, worauf die offizielle Zahl schließen lässt, oder gar ein epochales Ereignis, etwa das 175-jährige Bestehen, wie eine mündliche Überlieferung besagt. Ob so oder so, auf alle Fälle feierte der Gesangverein ein großartiges Fest, wie es sich für den ältesten Verein in Waghäusel gehört. Das Gelände ums Vereinsheim war mit so vielen Gästen besetzt, dass die Plätze kaum reichten. Dazu gab es ein mehrstündiges Kinderprogramm mit einem Zirkus und musikalische Unterhaltung durch die Tulla-Swingers. Da die Sängerbundsänger im Einsatz waren, fühlte sich eine große Abordnung der Fidelia Oberhausen für den Gesang verantwortlich und bot Kostproben ihrer Chorliteratur.
Eigentlich ist der Sängerbund 155 Jahre alt. Doch könnte er auch 175 Jahre alt sein. Möglicherweise gab es im Gründungsjahr 1862 einen Vorgänger, der sich nach einiger Zeit - aus welchen Gründen auch immer - wieder auflöste oder der gar von der Obrigkeit des Großherzogtums verboten wurde. Denn von Friedrich Day, dem ehemaligen Vorsitzenden des Vereins, der 1995 im Alter von über 95 Jahren starb, stammt die Aussage: Den Sängerbund habe es 20 Jahre vor dem offiziellen Gründungsdatum 1862 schon gegeben.
1919 war der junge Mann zum Gesangverein gestoßen: ein Jahr nach dem Tod seines 82-jährigen Großonkels Leonhard, der 1862 als erster offizieller Vorsitzender des Sängerbunds geführt wird und möglicherweise ein Zeitzeuge für die Vorvergangenheit des Chors ist. Um 1842, im Vorfeld der Badischen Revolution, beobachtete die Obrigkeit die ersten entstehenden Gesangvereine mit größtem Argwohn - und verbot sie oft kurzerhand. Denn sie standen im Verdacht, mit „revolutionärem Gedankengut" zu sympathisieren.
Keinen Verdacht erregten 2017 die „Tulla-Swingers", die derzeit eine Renaissance erleben. In den 70er und 80er Jahren waren sie eine der bekanntesten Bands in der weiten Region. Sie prägten damals in der Faschingszeit das Geschehen. Meistens gab es eine überfüllte Halle mit begeisterten Fans aus der näheren und weiteren Umgebung. Von Musikern aus der „Einigkeit" Rheinhausen gegründet und um etliche Waghäuseler verstärkt, sorgten die Swingers jetzt in Wiesental für beste Stimmung im Zelt und im Freien.
Auf dem Gelände vor dem Vereinsheim gastierte der „Mitmachzirkus". In der „Manege" war alles zu sehen und zu erleben, was so zu einem Profizirkus gehört: Akrobatik und Artistik, Jonglage, Balance, Seillaufen, Clownerie, Zauberei, Magie und andere Kunstfertigkeiten. Zum einem weiteren Höhepunkt für die Kinder wurde das Stockbrotessen. Als Stockbrot wird eine Brotsorte bezeichnet, bei der der Teig um einen Stock gewickelt und über der Glut eines offenen Feuers gebacken wird. Für die Verköstigung der vielen Besucher zeichneten die für ihre Kochkunst bekannten „singenden Köche" verantwortlich.
(Schmidhuber)

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